Richard Indergand

Herkunft und Ausbildung

Richard Indergand stammte aus Uri. Schon früh zeigte er zeichnerisches Talent, das durch die Natur seiner Heimat – Berge, Menschen und Landschaft – angeregt wurde. Erste Eindrücke sammelte er durch Maler wie Heinrich Danioth und den Bildhauer Gedeon Renner. Nach der Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Luzern und durch den Einfluss von Lehrern wie Prof. Max von Moos entwickelte er seine zeichnerischen Fähigkeiten weiter. Später erlernte er in Einsiedeln bei Meinrad Liebich das Handwerk der Glasmalerei.

Künstlerische Entwicklung

Richard begann zunächst mit Zeichnungen und Mischtechniken, die er kontinuierlich weiterentwickelte. Ab den 1970er Jahren wandte er sich zunehmend der Glasmalerei zu und eröffnete mit seiner Frau Veronika Thurnherr ein eigenes Atelier. Er durchlief mehrere künstlerische Stufen:

1. Handwerkliche Perfektion – Restaurationsarbeiten, Glasfenster in Kirchen und öffentlichen Gebäuden.

2. Figürliche Darstellungen – Themen aus Bibel, Religion und Alltag, wie etwa „Der Arbeitslose“ oder „Der Dirigent“.

3. Monumentale Glasmalerei – großflächige Werke wie „Der letzte Auftritt“ (Harlekin), „Der rote Geiger“ oder Fenster für Rathäuser und Kirchen.

4. Abstrakte Darstellungen – stärker gelöste, teils symbolische Formen, inspiriert von Natur, Kosmos und Elementen.

Themen und Motive

  • Religiöse Figuren: Hl. Franziskus, Hl. Martin, Johannes der Täufer.
  • Existenzielle Fragen: Leid, Hoffnung, Schicksal, dargestellt in expressiver Bildsprache.
  • Natur und Kosmos: Sterne, Elemente, Mineralien, die er in Glasbildern symbolisch einfing.
  • Gesellschaftliches: Auch Themen wie Arbeitslosigkeit oder Musik fanden Eingang in seine Werke.

Arbeitsweise und Stil

Richard arbeitete mit einer Mischung aus kraftvollen Konturen, monumentalen Figuren und leuchtender Farbigkeit. Besonders auffällig ist die dramatische, oft übersteigerte Formensprache seiner Glasmalereien. Seine Arbeiten verbinden technische Perfektion mit tiefer geistiger Symbolik.

Ausstellungen und Werke

  • Zahlreiche Werke befinden sich im öffentlichen Raum: Rathäuser (z. B. Zug), Kirchen, Institutionen und Privathäuser.
  • Wichtige Ausstellungen fanden zwischen 1966 und 1979 in der Schweiz statt.
  • Gemeinsam mit seiner Frau Veronika Indergand präsentierte er Werke in Glasmalerei, Zeichnung und Mischtechnik.